Medizinische Fakten

Wissenswertes für Patienten

Über die Psoriasis (Schuppenflechte)

Die Psoriasis zählt mit einer Häufigkeit von 2-3 % in Deutschland zu den Volkskrankheiten. Sie ist gekennzeichnet durch weißliche Schuppen auf roten, entzündlichen Hautarealen. Bevorzugt befallen sind Ellenbogen, Kniebereiche und behaarter Kopf. An den Fingernägeln können grübchenförmige Eindellungen (Tüpfelnägel) und unterhalb der Nagelplatte gelegene, gelbliche Schuppenanhäufungen, die als Ölflecke bezeichnet werden, auftreten. Etwa ein Drittel der Patienten weist den Befall verschiedener Gelenke auf. Dieses Krankheitsbild wird als Psoriasisarthritis oder Arthropathia psoriatica bezeichnet. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich bereits früher geäußerte Vermutungen bestätigt, dass die Psoriasis mehr als eine nichtinfektiöse, vererbbare Hauterkrankung mit gelegentlicher Gelenkbeteiligung ist, sondern eine entzündliche Systemerkrankung, die auch weitere Organe oder Körperfunktionen (Herz-Kreislauf, Zentralnervensystem, Stoffwechselvorgänge) einbeziehen kann. Man spricht dann von Begleitkrankheiten oder Komorbiditäten. Bei diesen Patienten ist eine interdisziplinäre Behandlung erforderlich. Die Schuppenflechte kann an der Haut in ganz unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Das Spektrum reicht von nur wenigen, geringgradig schuppenden und nur leicht entzündlichen Veränderungen an den bevorzugten Befallstellen bis zu einer das ganze Hautorgan einbeziehenden, lebensbedrohlichen Entzündungsreaktion. Letztere geht zumeist mit massiver Eiterbläschenbildung einher. Die Schweregrade der Schuppenflechte werden mit einem als PASI (Psoriasis Area Severity Index) bezeichneten Bewertungsmaßstab definiert. Psychisch besonders belastend ist die Erkrankung, wenn sie an sichtbaren Körperpartien wie Gesicht und Händen auftritt. Besonders dann kann sie zu sozialen Kontaktstörungen und beruflichen Einschränkungen führen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Erkenntnisse über die Entstehung der Psoriasis deutlich erweitert. Vor allem das psoriatische Entzündungsgeschehen konnte weiter aufgeklärt werden und auf dieser Basis wurden neue, spezifisch wirksame Medikamente entwickelt. Im Vordergrund stehen dabei gegenwärtig biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, die systemisch verabreicht und als Biologika bezeichnet werden. Zusammen mit den klassischen Systemtherapeutika Acitretin, Ciclosporin, Fumarsäureester, Methotrexat und weiteren Neueinführungen stehen nun nahezu zwei Dutzend Wirkstoffe für die innere Behandlung der Schuppenflechte zur Verfügung. Diese sowie die bewährten Lokaltherapeutika und verschiedene Methoden der UV-Therapie ermöglichen heute eine  breit gefächerte, individuell ausgerichtete Behandlung der Patienten. Darüber hinaus können Kontakte zu anderen Betroffenen im Rahmen der Psoriasis-Selbsthilfeorganisationen zur Krankheitsbewältigung beitragen.

Über die Neurodermitis (Atopisches Ekzem, atopische Dermatitis)

Die Neurodermitis ist eine Volkskrankheit, von der in Deutschland etwa 2-4 % der Erwachsenen und etwa 13 % aller Kinder betroffen sind. Es handelt sich um eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung verschiedener morphologischer Ausprägung und Hautlokalisation, die mit starkem Juckreiz einhergeht. Die klinischen Erscheinungsbilder reichen – auch altersabhängig – von leichten Ekzemherden bis zu ausgeprägten Entzündungen der gesamten Haut. Als Bewertungsmaßstab derselben hat sich der sogenannte Scorad (Scoring atopic dermatitis) bewährt. Häufig finden sich auf der Haut von Neurodermitikern bakterielle, virale oder pilzbedingte Infektionen.
Für die Krankheitsentstehung bedeutsam sind neben einer genetischen Veranlagung multiple externe Auslösefaktoren, die es im Einzelfall zu ermitteln gilt. Auffällig ist die hohe Zahl allergischer Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), wie Rhinokonjunktivitis, Nahrungsmittelallergien und Asthma bronchiale. Aber auch psychosomatische Komorbiditäten werden häufig beobachtet. Die allergisch bedingten Erkrankungen bedürfen einer gründlichen Abklärung zwecks Vorbeugung und gegebenenfalls konsequenter Behandlung, psychosomatische und andere Begleiterkrankungen erfordern oft auch eine interdisziplinäre Betreuung. Die Behandlung der Hauterscheinungen erfolgt je nach Schweregrad, Patientenalter und Hautlokalisation in einem Stufenschema. Dieses beinhaltet zunächst eine äußerliche Therapie mit Basistherapeutika und falls erforderlich mit Entzündungshemmern, wie Glukokortikoiden und Calcineurininhibitoren. Aufgetretene Hautinfektionen sind gezielt antibiotisch, antiviral oder antimykotisch anzugehen. Bei schwereren und chronischen Verläufen kommen interne Medikamente wie Antihistaminika, Glukokortikoide, Ciclosporin und Biologika, wie aktuell zugelassen Dupilumab, zum Einsatz. Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis bedürfen einer gründlichen Beratung bezüglich der Berufswahl. Im Erwachsenenalter ist das Krankheitsbild häufig von berufsdermatologischer Relevanz. Selbsthilfeorganisationen bieten zusätzliche Hilfe zur Krankheitsbewältigung an.

Weitere empfehlenswerte Patienteninformationen

www.patienten-information.de >> Psoriasis
Die Serviceseite der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung bietet Ihnen wissenschaftlich abgesicherte Patientenleitlinien des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Sie erfahren Hintergrundinformationen zu den Ursachen sowie Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vieler Krankheitsbilder.

www.patienten-information.de >>Video: Umgang mit Gesundheitsinformationen im Internet

KBV-PDF-Flyer: vertrauenswürdige Gesundheitsthemen im Internet

Deutscher Psoriasisbund

Auf über 60 Seiten enthält die Patientenbroschüre zahlreiche und vielfältige Informationen rund um das Thema Schuppenflechte:

www.psoriasis-bund.de/veroeffentlichungen/broschueren/

Erklärende Videos zum Thema Psoriasis von Dr. Johannes Wimmer:
www.psoriasis-bund.de/veroeffentlichungen/videos/

https://www.psoriasis-netz.de/themen/videos-zum-thema-psoriasis.html

PsoNet Deutschland

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
eMail Ansprechpartnerin in Leipzig: Hella Zimmermann

An der Eickesmühle 15-19
41238 Mönchengladbach
Tel: (0 21 66) 64 78 820
Mail: info@daab.de

Apothekennotdienst
Zur schnellen Informationen über Apotheken im Notdienst außerhalb der üblichen Öffnungszeiten in Leipzig können Sie die tagesaktuelle Suche unter folgendem Link nutzen:
aponet.de | Notdienstapothekensuche

Selbsthilfegruppen

Wußten Sie, dass es in Leipzig rund 300 Selbsthilfegruppen gibt, in denen sich Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Problemen treffen? Aktuelle Verzeichnisse der Leipziger Selbsthilfegruppen finden Sie hier.

Ein Online-Verzeichnis überregionaler Selbsthilfeorganisationen findet sich unter: NAKOS: Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

Die Kontaktdaten der Psoriasis-Regionalgruppe Leipzig unter Leitung unseres Mitglieds Rainer Klatte lauten:

Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB), Regionalgruppe Leipzig
Rainer Klatte
Telefon: 0341 4244303
E-Mail: rg-leipzig@psoriasis-bund.de

KBV-Flyer Patientenselbsthilfe